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Bin nur fast, nur fast hingerissen von dieser Vision. Aber eins muss ich zu geben: Sir Richard Branson kann Träume verkaufen!

> boingboing

Sonntag, Büchermeile, am Fluss. Der übliche Almauftrieb antiquarischer Schwarten und modernen Ramsches. Bei manchen früheren Gelegenheiten bin ich schon nach wenigen Minuten den Pulks der Bildungsbürger entflohen, um in irgendeiner ruhigen Seitenstrasse abwechselnd Weisswein und Milchkaffee in mich 'reinzuschütten. Wie Bienen am Stock, die da, an den Regalen und aufgebockten Holztischen.
Vor zwei Tagen war es aber anders. Ich lief wie auf Autopilot konzentriert die Buchrücken entlang, das Buchradar ausgefahren, Cover, Titel, Namen, aussortieren, weg, weiter.
Und fand schliesslich eine ganze Kiste voll mit interessant gestalteten Bucheinbänden der schwarzen Spektrum Reihe des DDR-Verlages *Volk und Welt*. Die haben in den 70ern und 80ern sogar drei meiner Lieblingsbücher 'rausgebracht...

Der Schaum der Tage
Forellenfischen in Amerika
Zazie in der Metro


Der Schaum der Tage

Als viertes legte ich noch *Der Kinderfresser* auf den Stapel, und zog mich, um nur 8 € ärmer, aus dem Gedränge zurück, in die besagten Seitenstrassen, lesen.

Draussen fällt leiser Regen. Eine weitere Woche Arbeit liegt vor mir. Mein Lieblingsartikel heute wird Bloggen aus dem All sein.

*Das ist die ‘Berliner DJ’-Metrik: Entfernungen zwischen Orten in GB Musik anzugeben, die man auf dem Wege von einem zum anderen verhoert (vgl. ‘Manhattan’- und ‘Franzoesische Eisenbahn’-Metrik).*

Ausstellung von Kinderbüchern des Haffstein Verlag, Burg Wissem, Troisdorf

oder, wie es heute heissen würde, Natascha verlässt in einer Werbepause nur mal kurz die elterliche Wohnung und schon...
(die Ausstellung läuft noch bis Oktober)

*We do not ship our product to Netherland, Germany, Spain, Italy, New Zealand and South Africa. *
Was ist das denn für eine wirre Länderliste (bei einem Ebayhändler aus Grossbritanien)?! Apartheid kanns ja wohl nicht sein. Selbst deduktives Denken hilft mir da im Moment nicht weiter, die Gemeinsamkeiten auszuschliessen. Hmmm...

Gut, in der Firma, in der ich momentan arbeite, wurde heute einer der wichtigen Mitarbeiter gekündigt, direkt nach seinem Urlaub, übrigens. How nice. Aber ich habe nicht ein einziges Wort über den 11. September 2001 gehört, von niemandem dort, den ganzen Tag nicht.
Die Bilder, die gerade stumm auf Arte laufen, machen den ganzen anderen stupiden Content im öffentlichrechtlichenKabelsalat einfach nur blass. Ich spare mir weitere Kommentare. Und lasse andere zu Wort kommen:

*I am staying away from the media as much as possible today.
I just can't take how they swarm around a day like today as if it were Valentine's Day or something. It feels weird. I understand the need for some people to make or watch media about 9/11 ... I guess as a way to remember. But I remember it well enough without any help.
*

*How the details got lost. The facts. The figures. Just not that one carefully made up face on cnn that took days to finally break down and cry. And melted the screen after all.*

Septemberabend

Muto Masashi

Ein kleines Meisterwerk von Kamerabewegung und digitaler Nachbearbeitung findet sich hier. Ich kannte den Regisseur bisher nicht mal. Das ist Japan, wie man sich das so vorstellt, filmisch gesehen. Ruhe, und jähe Bewegung, wilde Schnitte, plötzliches Rot.

Postscriptum: was die fade Musik im Hintergrund soll, weiss der Henker. Da ist Masashis Trailer für Playstation erheblich eindeutiger...

minuscule - the ladybug

minuscule - the ladybug

> spy's spice

and it's waiting for you. Da sach ich jetzt mal gar nichts zu, und seh mir das Verderben einfach nur an.

ich im Moment echt gerne drin herum, obwohl ich bisher leider nicht dazu gekommen bin, selber eine zu bauen.

photography, i am serious

Aber dieser Prozess Bilder herzustellen interessiert mich schon lange und viel mehr als das digitale Knipsen oder die Holga/Lomo Kameras...

photography, i am serious

Eine Hymne an diese Art, die Welt abzubilden, findet sich bei Carlos Jurado.

meint David Lynch in Grossbuchstaben, und greift auf schwarzweisses Filmmaterial, und Ratten, und Seuchen zurück. Obs was nützt? Anyway, hier ist auf jeden Fall ein Frankenstein-Zitat (das Monster lockt das kleine Mädchen, immer und immer wieder):

Tod, mich löckt Dein Stachel.

Hohenzollernwerke am Rand von Flingern.

Nur einen Steinwurf weg von der Kraftzentrale, wo ich im Moment arbeite, reissen die anderen weitere Hallen der Hohenzollernwerke ab. Vor einem Sommer habe ich genau dort an einem sonnigen Sonntag einen älteren Mann getroffen, der in der alten Lokfabrik gearbeitet hatte und mir wüste Geschichten aus der Arbeitswelt der fünfziger Jahre erzählte.
Weitere Fotos vom Abriss finden sich hier. To be continued.

ein Abend in der Provinz, the dead are rising...

Auf dem Weg zu einer *Strohfeldfete* in der einbrechenden Dämmerung einige wirklich gute Graffittis entdeckt. Wir nahmen uns die Zeit, gegen das schwindende Licht anzukämpfen, bis die Akkus der Kameras leer waren (die anderen Bilder sind hier).
Und erste Nebel aus den Abendwiesen aufstiegen.
Das Strohfeld selber war schon ok. Ein Geruch, der mich an den eines Zirkus erinnerte (Heu, Elefanten-Urin, die Trockenheit der Erde). Die Dunkelheit der Nacht auf dem platten Land ist so tief... vorbei an alten Friedhöfen, durch enge gewundene Dorfstrassen. Kneipen wie Grabsteine, wohnzimmergross, mit jahrzehntealten vergilbten Tapeten und weissen Gardinen: bis auf ein, zwei alte Männer: leer. Stille.

Arbeiten