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leave happy, disco baby.

I. Eben noch in meinem Stammcafe etwas zu trinken bekommen, obwohl der Besitzer schon mit einem halben Bein im Grabe auf dem Weg nach Hause war. Und im Web *The Last Autumn Journey* entdeckt:

The caressing breeze of summer
has turned into the blustering winds of fall...


II. Zwei Brüder, der eine Magier, und Leichenschänder; der andere Christusdarsteller, lieben die gleiche Frau. Nebenbei stirbt die Erde an Herzversagen. Mehr dazu...

Wieder was zu Lesen entdeckt, jetzt, wo DER FREUND gerade abnippelt. Gleich alle Ausgaben besorgt. Und endlich meinen kleinen Text über den wilden Osten fertiggeschrieben.

Auf der Suche nach Hintergrundinformationen zu dem Film Freaks von Tod Browning irgendwie auf dieser Seite gelandet, und zwar bei diesem gestörten Textausschnitt: *Der auf der Spitzhacke aufgespießte Mann, wird (...) dreimal hintereinander auf einen Stein geschlagen. Dabei sprühen jedes Mal Funken, wenn die Spitzhacke auf den Stein schlägt. - Der Mann schreit. *. Ich glaube, da würde ich auch schreien. Es gibt schon Leute mit seltsamen Hobbies.

Wer ist eigentlich dieser Jeff Vandermeer? Na egal, jedenfalls war ich heute lost in Ambergris.
City of Saints and Madmen ist wirklich nicht schlecht. Ein Ort wo es eine Buchhandlung gibt, die Borges' Bookstore heißt, kann einen schon einen kompletten heissen Nachmittag lang fesseln.

Gestern, im Büro. Hitze. Partielle Gesichtslähmung. Sekundenschlaf. Der Kaffee läuft mir aus der Nase. Kann nicht mehr klar denken (Gewitter-Oma???). Nehme mir den Nachmittag frei. Um zu schlafen. Kaum liege ich im Bette, und im ersehnten Tiefschlaf, klingelt es Sturm. Die Stadtwerke. Scheisse!!! Blaumilchkanal oder was?! Die reissen tatsächlich die Strasse auf, drehen das Wasser ab, und baggern bis 23 Uhr. Verdammt. Ich sehne mich nach Gewitter... auch wenn es erstmal nur eins zum herunterladen ist...

Gewitter

Nachtrag. Sonntag. Die Gewitter sind an uns vorbeigezogen. Kein Regen. Es gibt keine Hoffnung mehr auf Kühle. Ich lade mir Bilder der schwarzen Sonne herunter.

Im von Universal líebevoll restaurierten Frankenstein mit erhellenden Hintergrundinformationen und den herausgeschnittenenen Szenen (*jetzt weiss ich wie es ist Gott zu sein!* usw.) zu meiner Überraschung entdeckt, das die Kreatur das kleine Mädchen wirklich ins Wasser wirft und auch noch ertränkt. Für 1931 natürlich ein echter Schocker. Hm.

Frankenstein

Die zensierte Version, in der die Kreatur die letzte Blume in den See wirft, auf seine Hände sieht: die sind leer, und dann nach dem Mädchen greift (das ausserhalb des Frames ist) erscheint mir aber dann doch die bedrohlichere und poetischere.

Na gut, die Liebe ist weg (how she gave me life...). Schade. Sie redet nicht mehr mit mir. Aber da sind noch Freunde, lange Sommerabende unter klarem Himmel, die relative Kühle der Nächte. Leute kehren von Reisen zurück und erzählen. Ich lese wieder mehr: Japanese Death Poetry; City of Saints and Madmen, usw. Jan Svankmajer hat einen neuen Film herausgebracht (Lunacy) - mein Lieblingsfilm von ihm ist aber immer noch *Der Tod des Stalinismus in Böhmen*. Ausserdem sind sind heute Klassiker wie Frankenstein und Dracula auf DVD angekommen (freu). Es ist notwendig, mir wider die Zeit zu nehmen zu lesen, und mehr von der Welt da draussen zu sehen.

(mir wird so langsam klar, daß die momentane Festanstellung *nur* ein Schritt auf dem Weg zu etwas anderem ist, ein Moment Sicherheit. Fortsetzung folgt, klar.)

Nachmittag: beim Nachbarn auf dem Balkon gesessen, angenehm temperierten Whisky trinkend, in dem zwei graugeäderte Würfel schwedischen Granits aus dem Gefrierfach leise klickten.
Dann: vier Filme von Jan Svankmeier (*Der Tod des Stalinismus in Böhmen* auch, klar); und ein Trailer von Michael Godry:
Ich kann mich nicht entscheiden, was ich zu Abend esse. Oder mittags. Oder zum Frühstück. Die Hitze macht mich irgendwie blöde... aber wenigstens kann unglaublich gut und viel schlafen. Wenn da nur nicht die kommende Woche voller Arbeit im überhitzten Büro wäre. Ich plädiere schärfstens für die Einführung einer Siesta!

(Svankmeier-Link > Filmtagebuch)

Und eben noch schnell noch in die Schokoladenstadt, ja?

*I WILL arise and go now, and go to Innisfree,
And a small cabin build there, of clay and wattles made:
Nine bean-rows will I have there, a hive for the honey-bee,
And live alone in the bee-loud glade.

And I shall have some peace there, for peace comes dropping slow,
Dropping from the veils of the mourning to where the cricket sings;
There midnight's all a glimmer, and noon a purple glow,
And evening full of the linnet's wings.

I will arise and go now, for always night and day
I hear lake water lapping with low sounds by the shore;
While I stand on the roadway, or on the pavements grey,
I hear it in the deep heart's core.
*

( > WildType BacterioPoetics)

Kinderspielzeug.

Während der matschig gelbe Mond auf einer Fernsehantenne aufgespiesst im Fenster hängt, sich mit Fuji-san in die Ferne träumen...

Ein Ende der Hitzewelle ist lange nicht in Sicht und mein Kopf fühlt sich so an, als würde er gleichzeitig ex- und implodieren, verdammt. In einem Roman oder einer Kurzgeschichte von Boris Vian gibt es eine Passage, wo morgens große Wannen von Schweiß unter einem Bett hervorgezogen und entsorgt werden. Warum kann es nicht endlich Herbst, oder ich, wie letztes Jahr, im angenehm kühlen Rejkjavik sein?
Der Film zu diesem Beitrag kommt übrigens von Jim Henson, einem der Helden meiner Kinderzeit. Danke.

Ich gehe die nächtliche Torstrasse hinunter.
Die Luft ist schwer von blühenden Bäumen.

Ein Tag später, in Kreuzberg. Leute sitzen auf Bierbänken an Eckkneipen und singen betrunken vor sich hin: Silbermond oder so, und *blowing in the wind* - allerdings auf deutsch.



Eine Nacht weiter und ein paar Strassen weiter sitzen sie mit zwei Sofas und kleinem Tisch mit Windlichtern mitten auf dem Bürgersteig und geniessen die stille Sommernacht.

"Nun Vater, auf euer Zureden gehe ich dahin, treffe ich aber den Zustand anders als ihr mir vorgebildet an, so lauffe ich davon und gehe aus Verzweiflung ins Waßer"... file under *bemerkenswerte Zitate*, hm? ( > passepartout)

Geht es, selbst einem solchen Elend mit einem Musikstück noch eine komische Seite abzugewinnen (andererseits, vielleicht habe ich wieder mal nur das *Thema verfehlt*)? Welches Thema? na, Scheitern natürlich. Scheitern, süsses Scheitern...